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Hungersnot der Stufe 5 (UNICEF)

01. 03. 21

Die Chance, eine Hungersnot im Jemen abzu-wenden, wird immer kleiner angesichts neuer Rekordzahlen des akuten Hungers im Land, warnten das UN-Kinderhilfswerk UNICEF, das Welternährungsprogramm (WFP) sowie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vor dem Hinter-grund der Veröffentlichung der neuesten Analysen zum Hunger. 
Die Ergebnisse der neuen sogenannten „Integrated Food Security Phase Classification“ (IPC) – im Rahmen derer Hunger gemessen und in 5 Phasen eingeteilt wird – gleichen in einigen Teilen des Landes zum ersten Mal seit zwei Jahren einer Hungersnot (IPC-Phase 5). Die Zahl der Menschen, die unter katastro-phalem akuten Hunger leiden, könnte in dem Zeitraum zwischen Januar und Juni 2021 von derzeit 16.500 auf 47.000 Menschen ansteigen und sich damit fast verdreifachen. 


Die Oxfam Studie

25. 01. 21

Superreich macht superreicher

Wie oft haben wir das gehört: Vor dem Virus sind wir alle gleich. Zumindest wirtschaftlich betrachtet ist leider das Gegenteil der Fall. Während alle über Krise reden, haben die Milliardäre dieser Welt wirtschaftliche Verluste bereits wieder wettgemacht. Die 10 reichsten von ihnen haben sogar trotz der Krise profitiert und  satte Gewinne eingestrichen: Insgesamt sagenhafte 1,12 Billionen US-Dollar beträgt ihr Vermögen jetzt. Ein Anstieg um fast eine halbe Billion seit 2019 – das wäre mehr als genug, um die gesamte Weltbevölkerung gegen Covid-19 zu impfen. Die Ärmsten hingegen werden immer weiter abgehängt, wie unsere neue Studie „Das Ungleichheitsvirus“ zeigt.


Gefährliches Schutzverständnis

19. 11. 20

Wieder haben Zehntausende gegen die Coronamaßnahmen der Bundesregierung demonstriert, und nicht wenige vergleichen das am Mittwoch verabschiedete Infektions-schutzgesetz mit dem Ermächtigungsgesetz von 1933. Welch furchtbar dumme Verhöhnung der Opfer des National-sozialismus.
Dahinter steht ein fundamentales Misstrauen gegen staatliches Handeln, eine politische Paranoia und Hysterisierung, die so schrill ist, dass den Beteiligten selbst nicht auffällt, wie menschenverachtend sie argumentieren. Sie demonstrieren für einen Staat, der die Schwächsten nicht schützen, sondern ver-recken lassen soll. Für einen Staat, der mensch-liches Leben in lebenswertes und nicht lebenswertes unterteilen soll.

Zum vollständigen Kommentar in der taz vom 19.11.2020


Sie töten ihn langsam

07. 10. 20

Julian Assange

Auszug auf dem gleichnamigen Artikel des FREITAG Nr. 40 1. Okt. 2020 vom Slavoj Zizek

Die Lage ist ernst, aber wir nehmen sie nicht ernst. Wer über den Whistleblower nicht reden will, sollte über Menschenrechtsverletzungen weltweit schweigen

......

Sein Fall ist eine juristische und moralische Katastrophe. Er darf im Gefängnis seine Kinder und ihre Mutter nicht sehen, er darf sich mit seinen Anwälten nicht regelmäßig austau-schen, er ist psychologischer Folter ausgesetzt, sein Überleben steht auf dem Spiel. „Killing him softly“, wie es in dem bekannten Fugees-Song heißt. Und doch scheinen nur wenige Assanges Situation ernst zu nehmen und sich bewusst zu sein, dass mit seinem Fall unser aller Schicksal verhandelt wird. Die Kräfte, die seine Rechte verletzen, sind dieselben Kräfte, die den effektiven Kampf gegen die Erder-wärmung und die Pandemie verhindern. Es sind die Kräfte, derentwegen die Pandemie die Reichen noch reicher macht und die Armen am stärksten trifft. Es sind die Kräfte, die rück-sichtslos die Pandemie ausnutzen, um unsere sozialen und digitalen Räume zu regulieren und zu zensieren. Kräfte, die uns schützen, aber auch vor unserer Freiheit. Assange kämpfte für Transparenz im digitalen Raum, und es liegt eine grausame Ironie in der Tatsache, dass die Pandemie als Vorwand benutzt wird, um ihn von seiner Familie und seiner Verteidigung zu isolieren. Wir sind jederzeit bereit, gegen die Freiheitsein-schränkungen zu protestieren, die China Hongkong auferlegt – sollten wir diesen Blick nicht auch auf uns selbst richten?

...  Wer nicht über das Unrecht gegen Assange sprechen will, sollte auch zu Menschenrechts-verletzungen in Hongkong und Belarus schweigen. Der Rufmord an ihm ist einer der Gründe, warum zu seiner Verteidigung nie eine breitere Bewegung entstand, wie etwa Black Lives Matter oder Extinction Rebellion. Jetzt, da Assanges nacktes Überleben in Gefahr ist, kann nur eine solche Bewegung ihn (vielleicht) retten. Erinnern wir uns an Joan Baez’ Worte im Titelsong des Films Sacco und Vanzetti: „Here’s to you, Nicola and Bart/ Rest forever here in our hearts/ The last and final moment is yours/ That agony is your triumph.“

1920 kam es weltweit zu Massenprotesten gegen die zweifelhafte Verurteilung der Anarchisten Sacco and Vanzetti. Das Gleiche ist jetzt zu Assanges Verteidigung notwendig, wenn auch in anderer Form. Assange kann nicht sterben: Selbst wenn er stirbt ... wird diese Qual sein Triumph sein; er wird sterben, um in uns allen zu leben. Das muss die Botschaft sein: Wenn ihr einen Mann tötet, schafft ihr einen Mythos, der nicht aufhören wird, Tausende zu mobilisieren.

Die Botschaft von Assanges Verfolgern ist eindeutig: Alles ist (uns) erlaubt. Soll das nur für sie gelten?


Wichtig ist was Menschen denken

25. 09. 20

 Wichtig ist nicht die Realität - wichtig ist was Menschen denken

Gabor Demszky (Ungarn)


Moria brennt

10. 09. 20

Moria brennt. Seit Monaten. Jetzt brennt es buchstäblich. Die Schande Europas geht in Flammen auf. Der Feuerschein lässt die Erbärmlichkeit des Friedensnobelpreisträgers EU nur noch etwas greller aufscheinen.

Zum Kommentar


1. Mai 2020

02. 05. 20


Palmer im Sat1 Frühstücksfernsehen

29. 04. 20

"Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären"

Tübinger Oberbürgermeister Palmer (Grüne) 28.4.2020


Sonderbar

12. 04. 20

Mit Sondermaschinen werden in  diesen Tagen 100.000 Tourist*innen aus fernen Urlaubs-gebieten zurückgeflogen, aber ein paar Tausend schutzsuchenden Flüchtlingen wird die Aufnahme verweigert.

Thomas Gebauer, medico international


Humor

07. 04. 20

Humor ist das Mittel, wenn einem der Kragen platzt. Zum Beispiel wenn ein Ökonom "von der Phantasie der Märkte" spricht, so im Handelsblatt 6.11.2014: "Draghi beflügelt die Phantasie der Märkte"


Respekt vor Minderheiten

06. 04. 20

"Je wenigersprachig ein Land ist, umso weniger Respekt herrscht in diesem Land vor Minderheiten"

Hans-Jürgen Krumm


Arschlöcher horten Klopapier

22. 03. 20


Corona Pizza

16. 03. 20

Ich liebe diese langen Sonntagsspaziergänge. War schon im Bad, kam am Kühlschrank vorbei, bin jetzt auf dem Weg zum Sofa. Wetter spielt auch mit. Habe niemand getroffen.


Gestrandete Kinder

12. 03. 20

Nach Angaben internationaler Menschen-rechtsorganisationen machen Kinder mehr als die Hälfte jeder Geflüchtetenbevölkerung in den Einreiseländern aus. Ein wesentlicher Teil von ihnen sind unbegleitete Minderjährige (UBM), die ohne Eltern oder andere Schutz-personen in einem Einreiseland ankommen und daher eine besonders schutzbedürftige Gruppe darstellen. Die Aufnahme und der Umgang mit UBM ist ein dringendes Thema, das politische Antworten und konkrete politische Maßnahmen erfordert.
Zum Artikel


Grund und Boden sind keine Handelsware

04. 03. 20

 „Grund und Boden ist keine beliebige Ware, sondern eine Grundvoraussetzung menschlicher Existenz. Boden ist unvermehrbar und unverzichtbar. Er darf daher nicht dem unübersehbaren Spiel der Marktkräfte und dem Belieben des Einzelnen überlassen werden“. 

Hans-Jochen Vogel in seinem Buch "Mehr Gerechtigkeit!" Wir brauchen eine neue Bodenordnung. Nur dann wird auch Wohnen wieder bezahlbar


Zahl des Tages

27. 12. 19

0 Rolex-Uhren

Falls Sie vorhatten, kurz vor Weihnachten noch schnell nach München zu fahren, um dort eine Rolex für Ihre Liebsten zu kaufen, müssen wir Sie enttäuschen. In der bayerischen Landeshauptstadt tobt die Rolex-Krise: Die Auslagen der drei großen Händler in der Münchener Innenstadt sind wie leergefegt, schreibt die Abendzeitung. Der Grund: Viele Käu­fe­r*in­nen nutzen die Uhr anscheinend als sichere Wertanlage. Besonders begehrt seien Sport- und Stahlvarianten wie das Modell GMT-Master 2, das sogar schon den inoffiziellen Titel „Waiting List“ trage. Mehrere Jahre Wartezeit sind da Pflicht. Online ist zumindest der immer noch gute Vorgänger gelistet. Sein Preis: bescheidene 42.000 Euro.

taz 20.12.2019


Die Bahn braucht Inlandsflüge

19. 12. 19

Arno Luik bezweifelt, dass das Reisen mit dem Zug bald besser wird, weil die Bahn fast jeden Tag Lokführer hin und her fliegen lässt,  weil überall Lokführer fehlen.

Dazu und weitere Informationen zu Fehlinvestitionen im FREITAG 51 vom 19.12.2019


Als Erstes sollten wir den Finanzsektor vergesellschaften

22. 11. 19

"Nun, warum sollten wir jungen Leute den Kapitalismus unterstützen, wenn wir davon ausgehen können, dass wir in unserem Leben nie irgendeine Form von Kapital besitzen werden?"

Grace Blakeley erläutert das näher in einem Interview im FREITAG vom 21.Nov. 2019


Geschacher um Menschenrechte

19. 07. 19

Wie Deutschland UN-Standards ausbremst

Hungerlöhne und miserable Arbeitsbedingungen gehören häufig noch immer zum Alltag der Menschen, die in ärmeren Ländern für deutsche Unternehmen Produkte herstellen oder Rohstoffe abbauen. Dabei hatte die Bundesregierung im Koalitionsvertrag versprochen, die „Menschenrechtsleitprinzipien“ der Vereinten Nationen verbindlich umzusetzen – notfalls per Gesetz. Doch das Verfahren zieht sich hin, die Kriterien werden immer weiter aufgeweicht. Gegenüber MONITOR kritisiert jetzt der Berichterstatter des zuständigen UN-Komitees, Deutschland halte sich nicht an die UN-Vereinbarungen.

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Finanzkriminalität, Steuerflucht und Steuervermeidung

03. 04. 19

Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament und  kommentiert:

„Der europäische Steuerwettbewerb lädt Superreiche ein, ihre Steuerlast zu drücken. Nach Sonderregeln für Großunternehmen wie Apple, Facebook und Amazon locken EU-Regierungen VIPs wie Cristiano Ronaldo mit immer härterem Steuerdumping. Die EU-Mitgliedstaaten buhlen mit steuerlichen Extrawürsten um die Gunst reicher Privatpersonen, die Zeche zahlt die große Mehrheit der Bürger.

 19 EU-Mitgliedstaaten besteuern Kapital geringer als Arbeit und untergraben damit den Sozialvertrag. Kapitaleinkünfte müssen endlich wieder einen fairen Beitrag fürs Gemeinwohl leisten. Die EU-Kommission muss einen Aktionsplan vorlegen, wie sie die Steuerumgehung der Superreichen beenden und die Steuerspirale nach unten aufhalten will. Die Bundesregierung darf dem Treiben nicht länger zusehen, sondern muss diesen Aktionsplan einfordern. Die Europäische Union muss nicht nur bei Unternehmenssteuern, sondern auch bei Ausnahmen von der persönlichen Einkommensteuer den schädlichen Unterbietungswettbewerb stoppen.”

https://sven-giegold.de/steuerdumping-superreiche-beenden/


Fünf Dinge, die anders besser wären

31. 03. 19

siehe dazu Der Freitag Nr. 13/2019

>  Kommunismus als Umverteilung von Ressourcen von der Kapitalseite zur Arbeitskraft
>  Warum in DAX-Unternehmen ein Vorstandsmitglied das 71-fache des durchschnittlichen Angestellten verdient
>  Die Jobcenter forderten 2018 18 Millionen € zuviel ausgezahlte Millionen zurück. Das Eintreiben kostete 60 Millionenn €.
>  Im Finanzplan 2019 bis 2030 sind 300 Millionen € eingeplant für Strafzahlungen wegen verfehlter Emissionsziele
>  Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" warnt vor Rententrojanern


Deutsche Wohnen enteignen

31. 03. 19

Die Initiative "Deutsche Wohnen & Co enteignen besteht im Kern darin eine radikale Forderung ("Enteignung") mehrheitsfähig zu machen. Sie will gewinnorientierte Wohungs-konzerne , die mehr als 3000 Wohnungen besitzen, dazu zwingen ihre Bestände gegen Entschädigung an eine Anstalt öffentlichen Rechts abzugeben.
Grundlage dafür ist Artikel 14 des Grundgesetzes.
Siehe dazu den Artikel  in "der Freitag" Nr. 13 vom 28.3.19 und die Webseite "Deutsche Wohnen enteignen"


Liberalismus

22. 01. 19

am 20.1.2019 wurde im Deutschlandfunk in der Reihe "Essay und Diskurs" ein spannender Blick auf den Liberalismus unter dem Titel 'Unsere Freiheit, von außen gesehen' gesendet. Hier der Link zu der Sendung.


Theorien der Wirtschaftswissenschaften

24. 11. 18

Der FREITAG: "Der Ökonom Stefan Schulmeister vertritt die These, dass der Kampf gegen fremde Denkstile und Theorien in den Wirtschaftswissenschaften brutaler geführt wird als in anderen Disziplinen. Setzt sich eine andere Theorie durch, so verändert sie die Verteilung von Einkommen, Vermögen  und Macht. Ist da etwas dran?"

Helge Peukert: "Ich halte die These für absolut richtig. Wenn etwa Soziologen über Resonanz, Entschleunigung und andere wichtige Fragen sinnieren, tut dies den Bessergestellten und wirtschaftlich Mächtigen nicht unmittelbar weh. Wenn aber zum Beispiel die Aufhebung des Geldschöpfungsprivilegs der Banken oder eine höhere Erbschaftssteuer untersucht und gefordert wird, geht es um Umverteilung in der Höhe von Milliarden oder Billionen Euro. Daher versuchen auch Multis und die Finanzgroßwirtschaft, Einfluss auf die Wirtschaftswissenschaften auszuüben."

siehe DER FREITAG Nr. 47 vom 22.11.2018


Too Big to Jail

10. 11. 18

Die Aktienanteile steigen: Der Finanzgigant Blackrock drängt auf den lukrativen Wohnungsmarkt und hat mit Deutschlandchef Friedrich Merz einen mächtigen Verbündeten an seiner Seite. Für Mieter, insbesondere von Vonovia und Co., ist das eine weitere Hiobsbotschaft.
weiter bei KONTEXT Wochenzeitung


Das Märchen von den teuren Alten

03. 11. 18

Dem Gesundheitswesen unserer alternden Gesellschaft droht die Kostenexplosion. Klingt einleuchtend, ist aber falsch.

Bernd Hontschik in der taz vom 3.11.2018


Terézia Mora:

27. 10. 18

 

„Hütten sind immer offen, auch wenn Grenzen zu sind“


Wirtschaftswissenschaftler

24. 10. 18

Schon 1952 schrieb Gaito Gasdanow in seinem Roman "Nächtliche Wege" :

Ich kannte einen alten Mann, einen Wirtschaftswissenschaftler, Anhänger veralteter wirtschaftlicher Theorien; er war ein netter Mensch, spielte stundenlang mit seinen kleinen Enkeln, hatte sehr guten Kontakt zur Jugend, war aber unversöhnlich, wenn es um die ökonomische Struktur der Gesellschaft ging, die, wie ihm schien,  stets von denselben Grundsätzen geregelt wurde und in seiner Darlegung entfernt an die Grammatik einer inexistenten Sprache erinnerte. Einer dieser Grundsätze war seiner Meinung nach das unselige Gesetz von Angebot und Nachfrage; und egal wieviele Beispiele ich für Situationen anführte, in  denen es keine Gültigkeit hatte, der Alte wollte einfach nicht zugeben, dass man dieses Gesetz in Frage stellen könne - und schließlich sagte er völlig verzweifelt, mit schier tränenerstickter Stimme:
"Verstehen Sie doch, junger Freund, ich kann Ihnen nicht zustimmen. Das würde vierzig Jahre meiner wissenschaftlichen Arbeit zunichte machen."


Kohle für Wildtierschützer

13. 10. 18

Von Jürgen Lessat
Datum: 10.10.2018 in KONTEXT
Die Deutsche Wildtier Stiftung schützt die Haselmaus und den Wald, wenn es gegen Windkraft geht. Gegen die geplante Rodung des Hambacher Forsts hatte sie nichts einzuwenden. Das könnte damit zusammenhängen, dass Stiftungsvorstand Fritz Vahrenholt beste Kontakte zum Kohlekonzern RWE hat.

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Blind in den Abgrund

08. 10. 18

Die tieferen Ursachen der Bahnkrise werden von den Oberen der Bahn nicht richtig indentifiziert. Die jetzige Konzernpolitik werde die Krise noch verschärfen.

siehe Artikel aus KONTEXT 29.9.2018:

https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/391/blind-in-den-abgrund-5367.html


Fernsehen und Fußball

10. 06. 18

Der Kulturwissenschaftler Klaus Zeyringer hat im Deutschlandfunk seinen Aufruf, keine Fußballspiele mehr anzusehen, begründet.

Zeyringer sagte, das Publikum habe nur einen Zugriff auf empörende Zustände und skandalöse Umgebungen, "wenn es dem Ganzen sein Mittun entzieht". Durch die Fernsehgelder werde die Spirale der unglaublichen Geldsummen weiter angetrieben. Würden tatsächlich weniger Menschen fernsehen, könnten die Vereine und Verbände nicht mehr mit so viel Geld arbeiten. Das könnte den Fußball menschlicher gestalten.

Fußball sei möglicherweise das einzige "Volksmärchen", das es heute noch gebe, führte der Autor weiter aus. Er selbst finde den heutigen Fußball faszinierend. Die Zustände im Umfeld, die sich dann auf dem Spielfeld auswirkten, seien allerdings verheerend. Es sei für ihn dennoch schwer, dem selbst inszenierten Boykottaufruf zu folgen.

Zeyringer hat gemeinsam mit Stefan Gmünder das Buch "Das wunde Leder – Wie Kommerz und Korruption den Fußball kaputt machen" geschrieben. Dort befassen sich die Autoren mit von "Lohnsklaven" erbauten WM-Stadien, autoritären Politikern, "die sich auf der Ehrentribüne als Männer des Volkes inszenieren" und Stars, die für hohe Summen den Club wechseln.


Vermummte Zivilpolizisten

08. 06. 18

Bei der G20-Demo "Welcome to Hell" tarnten sich lt. Spiegel online vom 18.5.18 mehrere Zivilbeamte als gewaltbereite Protestler. Eine gängige Taktik, sagt die Polizei.

Auf eine Anfrage der Linksfraktion zum Einsatz vermummter Zivilpolizisten bei der "Welcome to Hell"-Demonstration teilte der Senat mit, dass er nicht anworten könne - um die "Funktionsfähigkeit" der Polizei zu schützen (Der Freitag vom 7.6.2018)


Reichster Mann der Welt

07. 03. 18

Die Frankfurter Rundschau heute:

An Zuschreibungen verschiedener Art mangelt es nicht. Die US-Zeitschrift Fortune hat ihn vor Jahren als „ultimate Disrupter“ bezeichnet, als den ultimativen Zerstörer. Der Internationale Gewerkschaftsbund verlieh ihm 2014 den Titel „Schlechtester Chef der Welt“. Das Magazin „Forbes“ hat ihn nun auf den ersten Platz in der Liste der Milliardäre gesetzt und zum derzeit reichsten Menschen der Welt erklärt: Jeff Bezos, 54.

Das Vermögen des Amazon-Chefs wird von den „Forbes“-Redakteuren auf 112 Milliarden Dollar (91 Milliarden Euro) geschätzt. Es soll sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt haben. Der Grund: Bezos profitiert vom Höhenflug, den die Aktie seiner Firma hingelegt hat. Er ist nicht nur der Gründer und Chef, sondern mit einem Anteil von gut 16 Prozent auch der größte Aktionär von Amazon.

Anmerkung von mir:

Da bekanntlich nur wirkliche Leistungsträger zu solchen Erfolgen kommen, denk ich mir: Was muss der Mann geschuftet haben  die letzten zwei Jahre.


Der Preis der Exportprofite

02. 03. 18

Eine neue Untersuchung über den Mindestlohn in Deutschland und die jüngsten Tarifabschlüsse in der Metallindustrie legen den Schluss nahe: Die deutschen Eliten setzen weiterhin auf Sozialdumping und lohnpolitische Zurückhaltung, um die Profite der deutschen Industrie mittels anhaltend exzessiver Exporte zu maximieren. Diese Strategie geht einerseits zu Lasten anderer Staaten der Eurozone, die immer stärker durch sozioökonomische Ungleichgewichte geprägt ist. Andererseits führt sie zu einer massiven sozialen Spaltung in der Bundesrepublik. So ist in Deutschland nicht nur der Mindestlohn in Relation zum Durchschnittseinkommen viel niedriger als in anderen EU-Staaten und sinkt seit seiner Einführung im Jahr 2015 real. Wegen des Abbaus des Sozialstaates ist in der Bundesrepublik auch das Risiko, bei Arbeitsplatzverlust in dauerhafter Armut zu versinken, höher als in jedem anderen Land der Union. Die Bundesregierung setzt ihre Politik der Exportförderung per Sozialdumping schon seit Jahren gegen teils heftige Kritik aus dem Ausland durch.

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https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7551/


Ungleicheit

23. 01. 18

In den meisten Ländern, die der OECD angehören, haben sich seit den 70er-Jahren die Einkommensunterschiede verschärft. Warum gibt es diese Tendenz?

Per Molander: Es gibt sowohl ökonomische als auch politische Ursachen. Die Internationalisierung des ökonomischen Systems hat die Machtverhältnisse verändert, global und auch innerhalb der EU. Man spricht innerhalb der EU von den vier Freiheiten: freie Bewegung der Waren, der Dienste, der Arbeit und des Kapitals. Das klingt symmetrisch und gerecht, aber in Wirklichkeit hat das Kapital eine höhere Mobilität als die Arbeitskraft und kann deswegen seine Macht auf Kosten der Arbeitskraft vergrößern.

Per Molander in einem Gespräch im Deutschlandfunk Kultur zu seinem Buch  "Die Anatomie der Ungleichheit"


Upton Sinclair

03. 12. 17

 „Es ist schwierig, jemanden dazu zu bringen, dass er etwas versteht, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht.“
(nach Yanis Varoufakis)


Jean Zieglers neuestes Buch

16. 06. 17

Das neue Buch von Jean Ziegler heisst "Der schmale Grad der Hoffnung". Er hat dazu ver.di Publik ein Interview gegeben.


Rechtfertigung von Reichtum und Macht

25. 04. 17

Ein Vortrag von 2013, den ich erst heute entdeckt habe.


Was ist links??

31. 01. 17

Gregor Gysi im Deutschlandfunk 27.01.2017, 8:15 Uhr:

"Ein Linker steht an der Seite aller Schwachen. Wer nur an der Seite entweder der deutschen oder der amerikanischen Schwachen steht und nicht der anderen Schwachen, ist nichts links, der kann sogar ganz rechts sein. (...) Links ist man erst, wenn man ein Herz für alle Schwachen auf diesem Planeten hat, und nicht nur für die eigene Nationalität."


Gesellschaft des Spektakels

27. 09. 16

ClintonTrump

100 Millionen Zuschauer

Hillary Clinton gewinnt TV-Duell gegen Donald Trump


Der Konsum kann zur Leistung werden

07. 09. 16

Die Ware ist gefügig geworden. Das Überflüssige ist nützlich, es dient der Inszenierung von Leben. Kauft es!

Gernot Böhme in "Ästhetischer Kapitalismus" edition suhrkamp 2016


Red Bull

17. 05. 16

Vielleicht haben wir in der Mythologie nicht richtig aufgepasst, und Ikarus hat sich das Gehirn mit dieser aufputschenden Zuckerplörre weggesoffen, bevor er zur Sonne geflattert und abgestürzt ist. Sicher ist: Mit der Niedlichkeit der Werbefiguren, die den roten Zuckersirup aus Österreich saufen, um geile Weiber zu ergattern, geile Sportwagen zu fahren oder geile Genies zu werden, hat die tatsächliche Medien- und Marktstrategie von Red Bull wenig zu tun.

siehe Red-bull


Nuit Debout

13. 04. 16

Frankreich hat eine neue Jugend-Protestbewegung
Die Nuit Debout, die "Nacht, in der wir aufstehen"

In Paris ist heute nicht der 8. April. In Paris ist heute der 39. März. Denn seit acht Tagen gibt es in der französischen Hauptstadt eine neue Zeitrechnung. Sie begann mit der „Nuit Debout“ – der "Nacht, in der wir aufstehen". So heißt die Bewegung, die genau das jetzt jeden Abend wieder tut: aufstehen und protestieren.  weiter ...

 


Großoffensive gegen Armut

14. 03. 16

Migration könne soziale Konflikte verschärfen, müsse es aber nicht, sagt der Kölner Politologe Christoph Butterwegge. Er fordert eine politische Großoffensive in der Armutsbekämpfung, die gleichermaßen Einheimische wie Zuwanderer erreicht.

Politisches Feuilleton Deutschlandradio Kultur 14.3.16


Sichere Herkunftsländer??

27. 02. 16

medico-Newsletter: Sichere Herkunftsländer?

Von wegen. Abschiebungen nach Afghanistan? Der Menschenrechtler Hadi Marifat vom medico-Partner Afghanistan Human Rights and Democracy Organization erklärt, warum das verantwortungslos ist – und warum gerade jetzt so viele Menschen sein Land verlassen.


Bekämpfung von Steuertricks

29. 01. 16

Attac hat eine Handlungsanleitung zur Bekämpfung von Steuertricks an alle Finanz-politikerinnen und -politiker, Fraktionsvorsitzenden sowie Finanz-ministerinnen und -minister der Länder, des Bundes und der EU geschickt. Das globalisierungskritische Netzwerk fordert die Angeschriebenen auf, sich endlich entschieden gegen Steuervermeidung, Steuerhinterziehung und kriminelle Finanzgeschäfte einzusetzen.

zur Handlungsanleitung
Kurzfassung der Anleitung

Die am Donnerstag von der EU-Kommission präsentierten Vorschläge gegen die Steuervermeidungspraktiken internationaler Konzerne wertet Attac Netzwerk als löchrig und unzureichend.


Die Reichen werden noch reicher

18. 01. 16

62 Reiche haben soviel Eigentum wie die Hälfte der Weltbevölkerung

Näheres bei Oxfam


Die soziale Ungleicheit wird größer

18. 11. 15

Atlas der EinkommensungleicheitDie Gesellschaft in Deutschland rückt auseinander. Das zeigt eindrucksvoll der Atlas der Einkommensungleicheit der Hans-Böckler-Stiftung.


NGOs für Umbau des internationalen Steuersystems

10. 11. 15

Durch Steuertricks und Gewinnverschiebungen international tätiger US-Konzerne entgehen den G20-Staaten jährlich Milliarden-Dollar-Beträge. Das geht aus dem Bericht „Still Broken“ hervor, den Oxfam am Montag gemeinsam mit dem Tax Justice Network, der Global Alliance for Tax Justice und dem Gewerkschaftsbund Public Services International vorgelegt hat. Hinzu kommen bisher nicht bezifferbare Verluste durch Steuertricks von Konzernen, die ihren Stammsitz nicht in den USA haben.Im Vorfeld des G20-Gipfeltreffens in Antalya, bei dem auch internationale Steuerfragen diskutiert werden sollen, fordern die NGOs Steuerschlupflöcher zu schließen und internationale Konzerne zu öffentlicher länderbezogener Berichterstattung über ihre Einnahmen und Steuerzahlungen zu verpflichten. 


Jean Ziegler zu G7

08. 06. 15

Jean Ziegler hat sich im Nordwestradio heute u.a. zum G7-Gipfel geäussert.

mp3-Datei (12 min)


Streik

10. 01. 15

Es nahen gute Zeiten, der deutsche FDP-Politiker und Finanzexperte Frank Schäffler ruft zum Streik auf.


Warum keine Revolution möglich ist

18. 10. 14

Warum ist das neoliberale Herrschaftssystem so stabil? Warum gibt es kaum Widerstand dagegen? Trotz einer immer größer werdender Schere zwischen Reich und Arm? Für eine Erklärung ist es wichtig zu verstehen, wie die unterwerfende Macht heute funktioniert.

Beitrag von Byung-Chul Han in der SZ


Sommer und Banken

04. 05. 14

Die Banken werden heute anders reguliert als vor der Finanzkrise, aber nicht mit dem Ziel Arbeitnehmer und Verbraucherinnen zu schützen, sondern um die Aktionäre vor dem Risiko des Bankrotts zu bewahren

DBG-Chef Michael Sommer bei der zentralen
Gewerkschaftskundgebung am 1. Mai in Bremen


Kohlestrom

03. 05. 14

Die Industrie und Sigmar Gabriel hatten verstanden. Als Privatverbrauchern und kleineren Betrieben dämmerte, dass sie auch in Zukunft die Energiewende bezahlen müssen, wurde die Kommunikation umgestellt. Plötzlich waren hunderttausende Arbeitsplätze in Gefahr. „Framing" nennt man das in der Medienwissenschaft: Die Kommunikation wird auf einen möglichst emotionalen Punkt konzentriert.

The Wallstreet Journal


Atomstrom

03. 05. 14

Atomstrom erscheint nur deshalb sauber, weil der Schmutz und die Gefahren
für unsere Kinder und zukünftige Generationen im Boden vergraben werden.

taz 3.5.14: Sigmar Gabriel, SPD-Chef und Bundesminister für Wirtschaft und Energie


Europäische Demokratie

03. 05. 14

Wäre die EU ein Staat, müsste die Aufnahme in der EU aus Mangel an Demokratie abgelehnt werden.

 

"Die Anstalt" ZDF vom 29.4.2014